Fazit

Immer mehr Besitzer wollen mehrfarbige Alpakas in ihrer Herde haben. Denn ein buntes Tier ist ein Eyecatcher auf jeder Weide und verleiht  dem Tier noch mehr Persönlichkeit. Aber auch das bunte Vlies der Tiere ist unter den 'Spinnern' sehr beliebt und begehrt.

Appaloosa Alpakas können ihre Genetik auf die nächste Generation weiter vererben.

Appaloosa Alpakas stehen in der Faserqualität ihren reinfarbigen Artgenossen in nichts nach. 

Appaloosa Alpakas sind wunderschöne, einmalige Tiere, denn kein Tier gleicht dem anderen.
  





 

 

Eine Fallstudie über Leopard-Appaloosa-Alpakas in einer australischen Herde

Reproduced with permission from the author, Adrienne Clarke of Ambersun Alpacas, South Australia
(c) Alpakafarm Nieplitzhof
Originaltext hier

Im Vlies von Alpakas kann man gelegentlich ein bemerkenswertes Farbmuster sehen, bei dem der Körper des Tieres gleichmäßig mit Punkten bedeckt ist. Die Punkte sind über den Sattel (Hauptvlies) verteilt und breiten sich bis zu den Ohren, dem Maul und den Füßen aus. Sie stellen sich i.d.R. als dunkler gefärbte Punkte (fawn oder brown) auf einem weißen Körper dar. Entsprechend der Terminologie zur Beschreibung der Fellfarbe von Pferden, wird dieses gepunktete Farbmuster „Appaloosa“ genannt.

Im Unterschied zu einem „Blanket Appaloosa“, bei dem ein Teil des dunkleren Fells  (normalerweise auf dem Rumpf des Pferdes) einen Bereich hellerer Farbe aufweist, der mit Punkten in der Farbe des Rests des Fells versehen ist, wird der Begriff „Leopard“ verwendet, um bunte Punkte zu beschreiben, die auf dem ganzen Fell verteilt sind. (Wilpedia, 2009). Dieses Farbmuster taucht bei einer ganzen Reihe von Arten auf: einschließlich Pferden, Hunden (d.h. Dalmatinern), Motten und Fröschen. Wilpedia gibt keinen speziellen Hinweis auf bepunktete Vliese von Alpakas. Leopard-Muster sind jedoch ein anerkannter Farbstandard bei Lamas. Es überrascht nicht, dass dieses Punktmuster ursprünglich von den schwarz-gelben Punktmustern herrührt, wie sie das Fell von Leoparden aufweist.

Wilpedia beschreibt das Leopardenpunkt-Gen (Lp), das die bepunkteten Fellmuster hervorruft, und das als autosomal dominant betrachtet wird. Wilpedia räumt ein, dass das Gen, das die Punkte hervorruft, aus einem Komplex aus Genen bestehen könnte, statt aus einem einzelnen Gen, und das nicht jedes Pferd, das ein Lp-Gen trägt, auch ein gepunktetes Fell vorweisen kann. Es gibt keinen DNA-Test für das Gene.

Wenn das Gen dominant ist, scheint es bei Alpakas extrem selten aufzutreten, da dieses Farbmuster nicht oft zu sehen ist. Es darf nicht mit den etwas häufiger auftretenden, vereinzelten, unregelmäßig geformten oder ungleichmäßigen Farflecken verwechselt werden. Dieses Muster wird bei Alpakas normalerweise als „fancy“ oder „multi“ bezeichnet.

Die Verbreitung von Appaloosa-Alpakas in Australien ist schwer zu bestimmen, da in dem Vliesklassifizierungssystem, das vom Australischen Alpaka Verband (Australian Alpaca Association) bei der Registrierung von Stammbäumen von Alpakas verwendet wird, nicht vorgesehen ist, Alpakas mit Punkten zu registrieren, die sich von denen mit einem oder zwei Flecken in einer Sekundärfarbe unterscheiden. Fachzeitschriften aus den USA (Alpaca Magazine) haben die Existenz von Leopard-Appaloosa-Alpakas in ihren Werbematerialien fotografisch belegt. Gepunktete Alpakas gibt es sehr wahrscheinlich auch in den Herden in Südamerika, woher die Alpakas ursprünglich importiert wurden, um die heutige Herde in Australien zu gründen. Es ist wahrscheinlich, dass eine begrenzte Anzahl an Leopard-Appaloosas in allen größeren Populationen rund um die Welt gibt.

 

Die Fallstudie

Bei Ambersun Alpacas in Südaustralien gibt es zurzeit acht Alpakas, die die Farbe  Leopard-Appaloosa im Vlies aufzeigen (in einer Herde von ungefähr 1000 Alpakas).

All diese gepunkteten Alpakas sind historisch verwandt mit einer einzigen Alpaka-Stute ‘Royal Canadian (RCA) Safari’. RCA Safari hatte ein überwiegend weißes Vlies mit ungleich über den Körper verteilten darkfawn-farbigen Punkten und Flecken in verschiedener Größe. Laut Definition war sie kein Leopard-Appaloosa, sondern wurde, was besser passte, als „fancy“ beschrieben.

RCA Safari hat 2 Stutfohlen geboren, die beide keine Leopard-Appaloosas waren.  RCA Chiquita war solid light brown und RCA Camella ist ein Fancy – hauptsächlich weiß, mit einem fawn-farbenen Fleck auf ihrem Sattel.

Es gibt mehrere Generationen und eine genügende Anzahl an Nachkommen in der Abstammungslinie von RCA Chiquita (siehe Diagramm 1) die dabei helfen, das Erbmuster des Leopard-Appaloosa-Gens zu identifizieren. 

Das Leopard-Appaloosa-Muster trat in der nächsten Generation des Nachwuchses auf, d. h. bei dem Fohlen Ambersun (ASA) Cheetah, das von RCA Chiquita geboren wurde. RCA Chiquita hat noch ein zweites Leopard-Appaloosa geboren, ASA Sprinkles. Beide wurden von dem kürzlich verstorbenen Peruvian Auzengate, einem rein weißen Hengst, gezeugt. RCA Chiquita hat außerdem zwei rein farbige Stutfohlen geboren, RCA Kiata (solid medium brown) und ASA Evita (solid light fawn).

Die nächste Generation, die von den 4 Töchtern von RCA Chiquita geboren wurde, gibt einige Hinweise auf die Vererbung des Appaloosa-Gens (Lp).

ASA Cheetah (Leopard-Appaloosa) hat sowohl rein farbige Fohlen bekommen (solid white und solid medium fawn) als auch drei Leopard-Appaloosas, ASA All Spice (Vater: NWA Ltd El Sol), ASA Tapioca und ASA Jag (beide von Jolimont Warrior). Der letzte der drei, ein Hengst, wurde als Deckhengst zugelassen und zurzeit sind einige Stuten von ihm trächtig. Wenn sein Nachwuchs geboren ist, sollte die Vliesfarbe dazu beitragen, das Erbmuster des Lp-Gens zu verstehen, besonders wenn Stuten ohne eine Verbindung zu dem Gen oder der Vliesfarbe gedeckt worden sind.

ASA Sprinkles (Leopard-Appaloosa) hat ebenso sowohl rein farbige Fohlen als auch Leopard-Appaloosas geboren. Sie hat einen Sohn, ASA Camouflage (Leopard-Appaloosa, Vater von Popham Serengeti), von Jolimont Warrior, der als Deckhengst auf den Hof Popham Alpacas nach Großbritannien exportiert wurde. ASA Sprinkles hat auch eine Appaloosa-Tochter geboren,  ASA Confetti, gezeugt von ASA Peruvian High Dancer.

Von den zwei rein farbigen Töchtern von RCA Chiquita, hat nur eine Leopard-Appaloosa Fohlen bekommen. RCA Kiata hat fünf rein farbige Fohlen geboren und zwei Leopard-Appaloosas (ASA Kiandra und ASA Spotswood, beide gezeugt von Peruvian Auzengate).

Die zweite rein farbige Tochter (ASA Evita, von Peruvian Auzengate) hat bis jetzt nur rein farbigen Nachwuchs bekommen (solid white und solid light fawn). Ihre vier bislang geborenen Fohlen würden entweder vermuten lassen, dass sie das Lp-Gen nicht geerbt hat, oder dass das Farbmuster sich in dem Phänotyp ihrer Nachkommen noch nicht gezeigt hat.

Ähnliche Vererbungsmuster wurden durch die zweite Tochter der Stammmutter RCA Safari weitergegeben, mit sowohl rein farbigen Fohlen als auch Leopard-Appaloosas im Stammbaum von RCA Carmella.

Zusammenfassung

Eine Analyse der Farbmuster bei den Fohlen der Kinder von RCA Safari gibt einige Hinweise auf die Vererbung des Leopard-Appaloosa-Gens.

1. Das Gen ist selten.  Alle Leopard-Appaloosa farbigen Alpakas in der untersuchten Herde  (von ungefähr 1000 Alpakas) hatten die gleiche Stammstute in ihrer Genealogie.

2. Alpakas müssen das Punktmuster nicht in ihrem Vlies aufweisen, um das Lp-Gen zu tragen.  Alpakas mit den Farben solid white, solid dark fawn und solid medium brown haben belegt, dass sie das Gen in sich tragen, das später im Vlies ihrer Nachkommen zum Ausdruck kommt. Es ist daher möglich, dass das Farbmuster eine oder mehrere Generationen „überspringt“.

3. Es scheint keine Verbindung zu geben zwischen dem Gen für das Appaloosa-Muster und dem Gen, das für die fancy- oder multi-farbenen Alpakas verantwortlich ist.

4. Unter dem Aspekt der Seltenheit des Farbmusters wäre zu erwarten, dass das für das Farbmuster verantwortliche Gen autosomal rezessiv ist. Dies würde jedoch bedeuten, dass sowohl die Stute als auch der Hengst das Gen tragen müssten, um appaloosafarbige Fohlen zu bekommen. Die Analyse der Stammbäume der Leopard-Appaloosas in der Ambersun Herde zeigt, dass sie von fünf verschiedenen Hengsten gezeugt wurden. Wenn das Gen so selten ist, scheint es nicht sehr wahrscheinlich, dass fünf verschiedene Hengste dasselbe Gen tragen. Die Ergebnisse würden daher eher die frühere Erklärung, basierend auf der Untersuchung über Pferde (Wilpedia, 2009) stützen, wonach das Gen dominant ist. Dies würde bestätigen, dass das Gen eher durch ein Elternteil als durch zwei vererbt werden müsste. Es könnte sein, dass das Farbmuster in diesem Stammbaum vollständig über die Genetik der Stute weitergegeben wurde. Diese Untersuchungsergebnisse bestätigen die Informationen in Wilpedia über andere Tierarten (z. B. Pferde).

5. Wenn das Gen dominant ist, ist es eher wahrscheinlich, dass es sich um einen Genkomplex handelt als um ein einzelnes Gen. Alpakas, die ein gepunktetes Vlies ausweisen, bekommen nicht immer Nachwuchs in derselben Farbe. Leopard-Appaloosas können rein farbigen oder gepunkteten Nachwuchs bekommen.

6. Alle rein farbigen Nachkommen von Appaloosa-Stuten hatten eine Farbe innerhalb des Farbspektrums des gepunkteten Vlieses der Stute (solid white, solid fawn und solid brown).

7. Der Einsatz von Deckhengsten, die ein gepunktetes Vlies aufweisen, müsste die Verbreitung des offensichtlich seltenen LP-Gens in der Alpaka-Population insofern erhöhen als Hengste einen breiteren Einfluss auf eine größere Anzahl von Nachkommen haben können als Stuten allein. Zukünftige Nachkommen von dem zertifizierten Hengst ASA Jag (in Australien) und ASA Camouflage (in GB) können dazu beitragen, die Vererbung des Leopard-Appaloosa-Merkmals zu erklären.

Diese Beobachtungen zur Vererbung des Leopard-Appaloosa-Gens Lp stützen sich auf den Phänotyp der Vliesfarbe der Nachkommen einer einzelnen Alpakastute (RCA Safari). Es ist davon auszugehen, dass sich ein ähnliches Muster in anderen Alpakaherden, in denen es diese ungewöhnlich gefärbten Alpakas gibt, herausbildet. Wenn es mehr Nachkommen mit dieser genetischen Abstammung gibt, wird man die Vererbung des Leopard-Appaloosa-Gens besser verstehen können.

(c) Alpakafarm Nieplitzhof

 

 


 

 


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